Am 9.Februar 1919 gründete sich der Bonner Mieterverein in der Kölnstraße aufgrund der nach dem Ersten Weltkrieg herrschenden schlechten Wohnraumsituation, um sich für das Recht der Bonner Bürgerinnen und Bürger auf menschenwürdigen Wohnraum einzusetzen. Von da an - wenn mal einmal von der schwierigen Phase in der Zeit des Dritten Reiches absieht - festigte der Mieterverein seine Stellung und gewann nach und nach an Einfluss.
Heute gehören dem Mieterverein Bonn/Rhein-Sieg/Ahr über 22 000 Mitglieder an, wie der Hauptgeschäftsführer Bernhard "Felix" von Grünberg in seiner Begrüßungsrede stolz zu berichten wusste. Er äußerte sich ausführlich über die Aufgaben des Vereins, ehe er 22 Mitglieder, die länger als 40 Jahre dem Verein ihre Treue halten, zur Auszeichnung auf die Bühne bat. Danach folgte eine Diskussionsrunde über den aktuellen Zustand der kommunalen Wohnraumsituation, an der unter anderem der designierte Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch und Lukas Siebenkötter, der Bundesdirektor des Deutschen Mieterbundes teilnahmen. Der Konsens war, dass auf jeden Fall im Bereich des barrierefreien Wohnens für ältere Menschen noch sehr viel getan werden muss. Auch sei es dringend notwendig, mehr bezahlbaren Wohnraum für sogenannte Geringverdiener zu schaffen, um sie nicht in gewisse Bezirke zu verdrängen.
Danach ging man in den gemütlichen Teil der Veranstaltung über. Nach dem exquisiten Menü äußerte sich der politische Kabarettist Heinrich Pachl wortgewaltig zur politischen und wirtschaftlichen Lage der Nation, ehe die Sängerin Anne Haigis, selbst langjähriges Mitglied im Bonner Mieterverein, gemeinsam mit ihrem musikalischen Partner Jens Filser den Gästen mit melancholischen Balladen in deutscher Sprache, aber auch bluesigen Einlagen einen würdigen Abschluss der rundum gelungenen Veranstaltung bescherte.
-
THOMAS DOGEN
-
Chefredakteur Online-Redaktion
12.09.2009 |