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Plastik tötet
 
Mehr Plastik als Müll in den Weltmeeren
 

Das Rex-Kino in Bonn-Endenich zeigt dieser Tage einen aufrüttelnden Film: „Plastic Planet“. Der österreichische Regisseur Werner Boote, dessen Großvater selbst ein Pionier der Plastikindustrie war, nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise durch mehrere Länder, um mehr über diesen, unser Leben prägenden Stoff zu erfahren. Er besucht u.a. Lobbyisten, Forscher und Menschen, die vom Sammeln oder Verkaufen von Plastik leben. Er deckt erstaunliche Fakten und unglaubliche Zusammenhänge auf. Er stellt Fragen, die uns alle angehen: Schadet Plastik unserer Gesundheit? Wer ist verantwortlich für die Müllberge in Wüsten und Meeren?

Laut Boote reicht die Menge an Kunststoff, die wir seit Beginn des Plastikzeitalters produziert haben, aus, um unseren gesamten Erdball 60-mal mit Plastikfolien zu umwickeln.

80 % des Kunststoffmülls gelangen über Flüsse in die Ozeane. In den Weltmeeren findet man sechsmal mehr Plastik als Plankton. Bis zu 18.000 Plastikteile treiben in jedem Quadratkilometer der Weltozeane. Über eine Million Seevögel jährlich verenden dadurch, dass sie Plastikteilchen für Nahrung halten und damit ihre Jungen füttern. Sie verhungern mit vollem Magen. Auch Schildkröten, Robben und Fische fallen dem Müll im Meer zum Opfer.

 

Aber auch für den Menschen ist Plastik ungesund; selbst in unserem Blut sind dessen Substanzen (Phtalate) und ihre Abbauprodukte nachweisbar. Sie werden vor allem aufgenommen durch Atmung (Ausdünstung von PVC-Gegenständen) oder über die Nahrung (Lebensmittel aus Plastikbehältern, PET-Flaschen). Kinder können besonders viel aufnehmen, wenn sie an PVC-Spielzeug saugen. Hitzebeständige Trinkgefäße wie Babyflaschen und mikrowellengeeignetes Geschirr setzen eine hormonell wirksame Substanz (Biphenol A) frei. Mögliche Auswirkungen sind u.a.: Allergien, Unfruchtbarkeit, Krebs und Herzkrankheiten.

Und was ist die Botschaft des Films? Boote will nicht belehren, sondern Anstöße geben: „Ich würde nicht sagen: Kauft überhaupt kein Plastik mehr. Das würde nicht funktionieren. Wenn es mir mit dem Film gelingt, die Menschen zum Nachdenken zu bringen, sich zu überlegen, nicht mehr so viel Plastikramsch zu kaufen, dann ist das großartig. Dann haben wir alle schon viel gewonnen.“

Zitat aus dem Gutachten der deutschen Film- und Medienbewertung:
„Dabei findet Boote in seiner ebenso kurzweiligen wie aufrüttelnden Dokumentation einen perfekten Weg zwischen Sachlichkeit, persönlicher Motivation und lebendiger Darstellung der katastrophalen ökonomischen wie ökologischen Kreisläufe. Plastik ist verführerisch, doch darauf sollte nach diesem Film keiner mehr hereinfallen! Ein Film, der trotz aller Ernsthaftigkeit auch köstlich amüsiert: Humorvoll, scharfsinnig, unbestechlich.“

Kurzum: der Film ist sehr empfehlenswert!
Mehr Informationen sind im Internet unter www.plastic-planet zu finden.

ANGELA SEMMELROTH
Redakteurin EchoNET
 
06.03.2010

 

 
 
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