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Prinzessin von Tonga zu Gast in Bonn
prinzessin.mp3 (1331 kB)
 
Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Salote Pilolevu Tuita von Tonga kam extra mit einer Gefolgschaft aus ihrer polynesischen Heimat nach Bonn, um die James Cook-Ausstellung in der Bundeskunsthalle zu besuchen.
 
In vorkolonialer Zeit gab es im Südpazifik kein bedeutenderes Eroberervolk als das der Tonganer. Zwar war vermutlich der Holländer Jakob LeMaire im Jahr 1616 der erste Europäer auf Tonga, doch erst die Reisen James Cooks führten zu einem genaueren Bild des Inselreichs. Aufgrund der außergewöhnlichen Gastfreundschaft der Einheimischen verlieh Cook der Inselgruppe den Namen "Freundschaftsinseln".
 
Mit großem politischen Geschick verstanden es die Tonganer seit jener Zeit, sich den europäischen Kolonialmächten zu widersetzen. Seit 1875 besitzen die Tonga-Inseln nach britischem Vorbild eine konstitutionelle Erbmonarchie. Während das maritime Hoheitsgebiet des Inselreichs doppelt so groß wie die Bundesrepublik Deutschland ist, leben auf den 169 Inseln lediglich etwa 100 000 Einwohner.
 
Für die Prinzessin von Tonga, die extra für die Ausstellung "James Cook und die Entdeckung der Südsee" nach Bonn kam, war dies der erste Kontakt mit Artefakten ihres Volkes aus der vorkolonialen Zeit, da in ihrer Heimat solche Objekte und Aufzeichnungen aus dieser Vergangenheit nicht mehr existieren.
Im Radio-Interview mit LoCom berichtete sie von ihren Eindrücken und erzählte, wie wundervoll diese Ausstellung aufgebaut sei und dass sie überrascht gewesen wäre, welche Originalexponate ihres Volkes hier zusammengetragen worden seien. Sie berichtete, dass sie erstmals in Europa sei und gerne länger hier verweilen würde, da sich hier das kulturelle Zentrum der Welt befände. James Cook sei auch in ihrer Heimat ein großer Held. Jeder würde seinen Namen und seine Geschichte kennen, und alle Tonganer wüssten genau, wo sich die Stelle befände, an der der Entdecker erstmals vor Anker ging.
 
Zum Abschluss ihres Besuches führten die von ihr mitgebrachten Musiker und Tänzer polynesiche Tänze zu folkloristischer Musik auf.
Auszüge aus dem Radio-Interview zwischen der Prinzessin von Tonga und Thomas Dogen können sie sich hier unten links anhören.
 
THOMAS DOGEN
Chefredakteur Online-Redaktion

08.09.2009

 
prinzessin.mp3 (1331 kB)
 
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