EchoNET   LoCom   Termine   Treff   Hobbybörse   Hilfe 
  INHALT
 
 
  Willkommen  
  Polis aktiv  
  Medien  
  Editorial  
  Menschen weltweit  
  Menschen mobil  
  Kultur  
  Menschen vital  
  Menschen & Musen  
  Senioren-Infos  
  Service  
  Produkte und Dienstleistungen  
  Jung + Alt  

 

 
  Alte Ausgaben
 
Sie sind hier:  Start /  EchoNET /  Menschen weltweit /  Kennen Sie Salzburg?
 
 
Kennen Sie Salzburg?
 
Auf diese Frage werden viele Befragte antworten: „Na klar, das ist doch die Mozart-Stadt.“
 
Die Mozart-Stadt? Nun fällt jedem Besucher Salzburgs unübersehbar auf, dass Mozart in Salzburg allgegenwärtig ist. Mozart ist sozusagen der Promi, den die Stadt Salzburg und kaum zählbare Salzburger Produkte zu ihrer Marketingfigur aufgebaut haben.  Mozart wirbt für die bekannten Mozart-Kugeln, für süße Produkte aller Art, für Spirituosen, für Kosmetikartikel und für vieles andere. Wenn nicht der Name „Mozart“ auf dem Etikett und den Umhüllungen auftaucht, dann muss es wenigstens „Amadeus“ sein. 
 
Als Besucher Salzburgs, der einigermaßen ratlos dieser Überflutung mit „Mozart“ gegenüber steht, fragt man sich natürlich, wie Mozart eigentlich zu Salzburg stand?  Mozart ist in Salzburg geboren, das ist unbestreitbar richtig, hat dort seine Jugendjahre verbracht, wenn er nicht gerade als Wunderkind auf Reisen war, hat dort einige Kompositionen geschrieben, wurde von Hieronymus Franz Josef von Colloredo, Fürsterzbischof von Salzburg, als besoldeter Konzertmeister der Salzburger Hofkapelle eingestellt, kündigte nach zwei heftigen Auseinandersetzungen mit dem Fürsterzbischof am 8. Juni 1781 den Salzburger Dienst, ließ sich in Wien nieder wo er, lediglich unterbrochen von Reisen, bis zu seinem Lebensende lebte und arbeitete.
 
Mozarts Einstellung zu Salzburg zeigt eine Äußerung am
7.August 1778 unmißverständlich: „Sie wissen, bester Freund, wie mir Salzburg verhasst ist“. Über die Berechtigung der umfassenden Verwendung von Mozart als Reklamepromi von und für Salzburg kann man also durchaus geteilter Meinung sein. Dabei ist Salzburg eigentlich gar nicht auf die missbräuchliche (?) Verwendung des Namens Mozart angewiesen. Die Liste der Persönlichkeiten, die in Salzburg geboren wurden, gelebt haben oder gestorben sind, ist beeindruckend. Georg Trakl, Carl Zuckmayer, Stefan Zweig, Thomas Bernhard sind als Literaten zu nennen, bei der Vielzahl der Musiker ist Herbert von Karajan der Bekannteste, sowie - bedingt durch die Festspiele - zahlreiche Schauspieler und Theatergrößen wie Max Reinhardt und - weit in die mittelalterliche Vergangenheit zurückgreifend - Theophrastus Bombastus von Hohenheim, kurz genannt Paracelsus.
 
Ein ebenso kluger wie witziger Mann hat über Salzburg den hübschen Satz geschrieben: „Salzburg ist das Bayreuth für diejenigen, die Wagner nicht mögen.“ Der Unterschied zu Bayreuth  besteht darin, dass in Bayreuth die Wagner-Festpiele zu einer bestimmten und begrenzten Zeit stattfinden, während Salzburg Festspiele fast über das ganze Jahr verteilt. Musikalisch wird natürlich fast ausschließlich Mozart gespielt. Auch das Schauspiel kommt nicht zu kurz. Exemplarisch vertreten durch Hugo von Hoffmannsthals „Jedermann“. 
 
Salzburg ist die viertgrößte Stadt Österreichs und zweifellos nach Wien die bedeutendste Kunst- und Musikstadt im Land. Aber Salzburg besticht nicht nur durch Musik und Literatur. Im „Baedecker“ von 1892 ist zu lesen: „Salzburg ist die Stadt, mit der sich an malerischer Schönheit kaum eine andere deut­sche Stadt messen kann.“ Es gibt wirklich keine andere Stadt, in der auf so engem Raum - die Salzburger Altstadt ist so klein, dass man sie in wenigen Minuten zu Fuß durchqueren kann - so viele geschichtsträchtige, fürsterzbischöfliche Residenz- und Repräsentations­bauten - meistens im italienischen Barock - sowie historische Kirchen wie der das Stadtbild beherrschende Dom versammelt sind. Die Altstadt besitzt eine unverwechselbare  Cha­rakteristik, die sie nicht nur ihrem historischem Fluidum und der großen Zahl von einzelnen, sehenswerten Bauten, sondern  vor allem der in Jahrhunderten gewachsenen Ensemblewir­kung zu verdanken hat. Der Besucher muß das ganze, fast vollständig erhaltene Altstadt­ensemble als einzigartiges Gesamtkunstwerk betrachten.  Langsam über Plätze, durch Stra­ßen und Gassen schlendernd, kann er dann alle kunstreichen Details genussvoll zur Kennt­nis nehmen.
 
Über der einzigartigen Salzburger Altstadt thront weithin unübersehbar die Festung Hohensalzburg. Stefan Zweig hat die Festung mit einem Schiff verglichen, ein einleuchtender Vergleich, wenn man die Festung von unten betrachtet. Für einen Besucher Salzburgs ist die Besichtigung der Festung ein absolutes Muss, denn die Festung ist mit 30.000 qm Fläche die größte erhaltene Burg Mitteleuropas. Und man hat von oben einen wunderbaren Blick auf die Stadt, die Salzach und die gesamte Umgebung. Wenn man durch die Getreidegasse, Salzburgs berühmteste Flaniermeile, schlendert, kann man wohl zu der Auffassung kommen, dass Salzburg vorwiegend von Japanern bewohnt sein muss. Das ist nicht richtig, es gibt in der Tat richtige ortsansässige Salzburger. Und wenn man auch in der Salzburger Altstadt manchmal den Eindruck nicht vermeiden kann, man bewege sich durch ein Freilichtmuseum, ein Besuch von Salzburg ist wirklich ein Erlebnis. Allerdings sollte man nicht vergessen, genügend Geld oder eine belastbare Kreditkarte mitzubringen, denn billig ist Salzburg nicht.
 
Wer über eine Reise nach Salzburg nachdenkt, oder wer auch nur weiterführende, amüsante und nie langweilige Informationen über Salzburg lesen möchte, dem sei das  Büchlein „Salzburg für Anfänger“ von Herbert Rosendorfer (Deutscher Taschenbuch Verlag, 7,50 €) ans Herz gelegt. Kauf und Lektüre sind lohnend.
 
Hans Gilles
Redakteur EchoNET
 
26.10.2009
 
 
 « Artikel zurück
Artikel vor » 
 
Kommentare anzeigen Kommentare (0)
 

Login
Name:
Passwort:
Autologin:
Registrierung
Passwort vergessen
mehr... 
Beteiligung

Beteiligen Sie sich. Die Gemeinschaft bietet viele Möglichkeiten, das Netz aktiv zu gestalten.

mehr... 
Termine
Unsere Veranstaltungs- hinweise für Sie...
mehr... 
Vorschläge!?
Wünschen Sie Foren zu bestimmten Themen?
mehr... 
Unser Buchtipp

Lyrik ungebunden
- Anthologie -
edition locom, Bonn 2004, 112 Seiten

mehr... 

 gefördert von Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen & Familie NRW, Stiftung Wohlfahrtspflege NRW, Bundesstadt Bonn
Impressum Kontakt Feedback Partner Werbung Modellprojekt