EchoNET   LoCom   Termine   Treff   Hobbybörse   Hilfe 
  INHALT
 
 
  Willkommen  
  Polis aktiv  
  Medien  
  Editorial  
  Menschen weltweit  
  Menschen mobil  
  Kultur  
  Menschen vital  
  Menschen & Musen  
  Senioren-Infos  
  Service  
  Produkte und Dienstleistungen  
  Jung + Alt  

 

 
  Alte Ausgaben
 
Sie sind hier:  Start /  EchoNET /  Polis aktiv /  Bonn - die Beethovenstadt ?
 
 
Bonn - die Beethovenstadt ?
 
In allen Bonner Gazetten kann man es lesen, in allen elektronischen Medien sehen und hören: Die Beethovenstadt Bonn veranstaltet ein Beethovenfest!
 
Nichts gegen ein Beethovenfest, aber einem Kenner von Beethovens Biographie kommen doch leise Zweifel, wenn er sieht, liest und hört, dass sich Bonn als „Beethovenstadt“ bezeichnet. Ist denn diese Bezeichnung überhaupt korrekt und berechtigt? Oder ist sie vielleicht eine Hochstapelei?
 
Beethoven ist 1770 in Bonn geboren, das ist richtig. Er hat hier seine recht problematische Kindheit verbracht. Sein Vater versuchte, aus dem kleinen Ludwig, dem Vorbild Mozarts folgend, ein Wunderkind zu machen. Eine Stellung als Hoforganist erhielt er mit 14 Jahren. Er war in dieser Zeit bestrebt, sein Klavierspiel zu vervollkommnen, sich zum Virtuosen fortzubilden. Und er spielte Bratsche in der Bonner Hofkapelle. Nach einem kurzen ersten Besuch in Wien 1787 kehrte er, veranlasst durch den Tod seiner von ihm sehr geliebten Mutter, nach Bonn zurück.  Eine kurze Zeit studierte er an der Bonner Universität. Schon 1792 reiste er zum zweiten Mal nach Wien. Er kehrte danach nie wieder nach Bonn zurück. Beethoven war während seiner Bonner Jugendzeit auch als Komponist tätig, doch blieben nahezu alle dieser Frühwerke ungedruckt.
 
Beethoven hat also im Alter von 22 Jahren Bonn endgültig verlassen. Erst in Wien reifte er zu dem musikalischen Titanen, als den ihn heute die Welt kennt und verehrt.
Seine heute weltweit aufgeführten Werke hat er ausschließlich in Wien komponiert.  Hätte Beethoven lediglich seine in Bonn geschriebenen Jugendwerke der Musikgeschichte hinterlassen, wäre er längst vergessen. Und hätte man Beethoven zu Lebzeiten gefragt, ob er sich als Bonner fühle, hätte er sicherlich völlig verständnislos den Kopf geschüttelt. Weder in seinen schriftlichen Aufzeichnungen noch in seinen von Freunden und Bekannten überlieferten verbalen Aussagen gibt es Hinweis darauf, dass Beethoven sich in irgendeiner Weise Bonn verbunden gefühlt hat. Er lebte in Wien, er komponierte in Wien, er fühlte sich als Wiener und er starb 1827 in Wien.  Von Bonn existiert im Leben und in den Werken Beethovens nach seinem 22.Lebensjahr nicht die geringste Spur.
 
Vor diesem Hintergrund liegt die Frage nahe, ob allein die Tatsache der Geburt Beethovens in Bonn dieser Stadt die Berechtigung gibt,  sich als „DIE Beethovenstadt“ zu bezeichnen. Für jemanden, der Bonn, die Bonner/-innen und vor allen Dingen die Bonner Lokalpolitiker/-innen kennt, ist der Verdacht nicht von der Hand zu weisen, dass "DIE Beethovenstadt“ der Sehnsucht entspringt, eine Kompensa­tion für den nie verwundenen Verlust der Bundeshauptstadt („Bundesstadt“ ist nur ein magerer Ersatz) zu finden. Bonn will auf Weltniveau sein oder wenigstens scheinen, egal, ob man dazu als Symbolfigur einen toten Komponisten braucht oder gewaltige, defizit- und schuldenträchtige Bauwerke wie das World Conference Center oder eine neue Beethovenhalle. Hauptsache, nach außen Weltniveau darstellen, ob berechtigt oder unberechtigt, erscheint völlig gleichgültig. Ist also bei nüchterner und unvoreingenommener Betrachtung die von Bonn sich selbst verliehene Bezeichnung „Beethovenstadt“ nicht doch eine Bonner Hochstapelei?
 
Hans Gilles
Redakteur EchoNET
 
21.10.2009 
 
 
 « Artikel zurück
Artikel vor » 
 
Kommentare anzeigen Kommentare (0)
 

Login
Name:
Passwort:
Autologin:
Registrierung
Passwort vergessen
mehr... 
Beteiligung

Beteiligen Sie sich. Die Gemeinschaft bietet viele Möglichkeiten, das Netz aktiv zu gestalten.

mehr... 
Termine
Unsere Veranstaltungs- hinweise für Sie...
mehr... 
Vorschläge!?
Wünschen Sie Foren zu bestimmten Themen?
mehr... 
Unser Buchtipp

Lyrik ungebunden
- Anthologie -
edition locom, Bonn 2004, 112 Seiten

mehr... 

 gefördert von Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen & Familie NRW, Stiftung Wohlfahrtspflege NRW, Bundesstadt Bonn
Impressum Kontakt Feedback Partner Werbung Modellprojekt