Illusionen im Schlaraffenland (von regenschein 15.11.2009)
Es ist doch erfreulich zu lesen und zu hören, daß es noch richtige Gutmenschen gib, die glauben und hoffen, auch Deutschland in ein Schlaraffenland zu verwandeln in dem den Bürgern zwar keine gebratenen Tauben aber das Geld für den Lebensunterhalt buchstäblich in den Mund fliegt. Jede-/r Bürger-/in erhält bedingungslos ein Grundeinkommen, das es ihm erlaubt, "menschenwürdig" zu leben. Wie schön !! Ob die Verfasser des Beitrags glauben, sie würden, falls das Grundeinkommen wirklich kommen sollte, noch in einem Restaurant oder bei einem Friseur bedient ? Oder ob noch der Müll abgefahren wird ? Man kann mit absoluter Sicherheit eine Prognose wagen: niemand aus den unteren Einkommenschichten würde verständlicherweise noch arbeiten. Warum auch ? Und wer soll überhaupt das Geld, das als Grundeinkommen verteilt werden soll, erarbeiten ? Darüber schweigen sich die Befürworter des Grundeinkommens aus. "Von nix kütt nix" - so lautet ein altes rheinisches nur zu wahres Sprichwort. Lassen wir ihnen ihre Illusionen und lachen über die daraus sprechende Weltfremdheit.
Liebe(r) Regenschein, (von Yucca 30.11.2009)
Zur Frage nach Restaurantbedienung und Müllabfuhr liefern die Audimax-Besetzer in Wien gerade ein wunderbares Exempel: mit "Volksküche" und "Putzball". In der Volksküche werden (nicht nur) die Besetzer bestens (selbst-)versorgt, und die nötige Reinigung der besetzten Räume wurde zum Fest gemacht.
Man sieht also:
1. gibt es immer Menschen, die sich auch für "unangenehme" Arbeiten VERANTWORTLICH fühlen.
2. verrichten die ihre Arbeit mit FREUDE und FREIWILLIG. Und auf eine Art, die ihnen gefällt - z.B. mit flotter Musik zum Putzen.
Hätte die Uni-Leitung eine Reinigungsfirma beauftragen müssen, hätten deren Angestellte zu Recht über die Mehrarbeit geschimpft. Das wollen die Studenten aber gar niemandem zumuten und tun das NOT_WENDIGE selber.
"Jaja, die kriegen ihr Geld noch vom Papa in den A*** geschoben!" - nun ja, ähnlich würde uns "Vater Staat" auch mit einem BGE versorgen.
Wir müssten uns also wohl keine Sorgen machen, dass sich für Not-Wendiges niemand mehr verantwortlich fühlt. Die jungen Leute zeigen das ziemlich klar.
Größere Sorgen müssten sich allerdings alle jene machen, die
1. unnötige (nicht not-wendige) Dinge produzieren (wie z.B. Autos auf Halde herstellen oder undurchsichtigen Verwaltungsaufwand in endlose Formulare tippen)
2. dafür menschliche Arbeitskraft zu unmenschlichen Bedingungen erzwingen (1-€-Jobs, Praktika und der moderne Sklavenhandel, der sich "Zeitarbeit" nennt - alles mit Angst um den "Arbeitsplatz" erpresst),
und
3. darauf setzen, dass sich Geld auf dem Kapitalmarkt von selber vermehrt.
Die könnten in der Tat mit Einbrüchen ihrer auf Kosten der Allgemeinheit erlangten Gewinne konfrontiert werden.
"Von nix kütt nix". Recht hat er, der Rheinländer.
Von einem negativen Menschenbild, das "den anderen" nur Faulheit und Schmarotzertum unterstellt, kommt in der Tat kein menschenwürdiger Umgang in der Gesellschaft zu Stande. So wird das BGE im Rheinland & Co. noch weiter auf sich warten lassen müssen.
Et hätt ja noch immer joot jejange.
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