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... wird man hier nur noch geschoben und das Geschrei der Verkäufer kann ohrenbetäubend werden.
Ich schlendere ohne wirkliche Kaufabsicht so dahin, denn in dieser Reihe wird das Obst nur in größeren Mengen angeboten. Vor mir geht ein Mann mittleren Alters, konservativ gekleidet in dunkelgrau. Manchmal bleibt er stehen, wirft einen unschlüssigen Blick auf das Obst und geht weiter. Dann hält er plötzlich an. „Nektarinen, 2 Kilo 1,50 Euro“ steht in ungelenker Schrift auf einem Schild, das inmitten leuchtender, in Form einer Pyramide sortierter Früchte thront. Die Marktfrau, die sich noch eben mit der Nachbarin über die hohen Standgebühren des Marktes ereifert hatte, sieht plötzlich ihren potenziellen Kunden und kommt hinter ihrem Stand hervor. „Schönes Obst, der Herr, 2 Kilo nur noch 1 Euro 50 heute“ und sie schaut ihn herausfordernd an. „Ja“, sagt er zögernd, „aber 2 Kilo sind mir zuviel. Könnte ich vielleicht ...“ Sie fällt ihm ins Wort: „Zufill? Wiesu zufill?“ Fast schüchtern erwidert er:
„Ich bin allein.“ Sie guckt ihn verständnislos mit weit aufgerissenen Augen an: „Wie alleen, hadde keen Frau, keen Freundin?“ Ich sehe, wie dem Mann eine leichte Röte ins Gesicht steigt und er fasst verlegen nach seiner Krawatte. Fast entschuldigend sagt er, dass er 2 Kilo Obst allein nicht essen kann. Dann grüßt er höflich und will weiter gehen. „Schafft üch en Freundin aan!“ ruft sie ihm noch hinterher und geht kopfschüttelnd wieder hinter ihren Stand, um das unterbrochene Gespräch mit der Nachbarin fortzusetzen.
Bonner Marktgespräche, gute Ratschläge inbegriffen!
Anita Weydling |