 Vor Kurzem wurden wieder einmal die Uhren umgestellt: von Sommerzeit auf Winterzeit. Es wird eine Stunde früher dunkel. Bei jeder Umstellung fragen sich viele Bürgerinnen und Bürger: Was soll das überhaupt? Worauf ist diese Umstellung zurückzuführen, und welcher Zweck wird damit verfolgt?
Diese Regelung geht auf die 80er Jahre zurück. Sie wurde seinerzeit eingeführt, weil damit Energieeinsparungen erreicht werden sollten. Dieser Effekt ist aber nach Ansicht vieler Experten niemals erreicht worden. Die Zeitumstellung nützt niemandem. Dennoch bleibt sie und damit ihre negativen Auswirkungen: ein nicht unerheblicher technischer und bürokratischer Aufwand, die Belastung empfindlicher Menschen durch die notwendige Anpassung des Lebensrhythmus` sowie die geradezu zwangsläufigen Konzentrationsstörungen im Beruf, im Alltag und im Straßenverkehr.
Es besteht in Politik, Wirtschaft und der Bevölkerung weitgehend Einigkeit darüber, dass die angestrebten Ziele nicht erreicht wurden, die Nachteile und Probleme aber geblieben sind. Warum also, so fragt sich jeder verständige Bürger, wird die Zeitumstellung nicht einfach aufgehoben, warum werden die früheren Zustände ohne Zeitumstellung nicht wieder hergestellt, warum wird die ganzjährig geltende Sommerzeit nicht wieder eingeführt?
 Ein Grund ist die dem Staatsapparat innewohnende Tendenz zur Trägheit. Ein eingeführtes System zu ändern, erfordert zusätzliche Aktivitäten und wird deshalb, wann immer möglich, vermieden. Hinzu kommt, dass die Zeitumstellung durch eine EU-Richtlinie EU-weit einheitlich geregelt ist. Für einen deutschen Politiker liegt hier ein geradezu unüberwindliches Hindernis. Die vorgesetzte Dienststelle - das ist aus Sicht eines deutschen Politikers die EU - hat eine Regelung eingeführt, und der kann man nach dem deutschen Prinzip des Gehorsams nur widerstandslos folgen. Natürlich könnte man laut und deutlich die Absicht äußern, die geltende Richtlinie zu ändern. Man könnte dahinzielende Aktivitäten in der EU und dem Europäischen Parlament entfalten. Aber dafür wären, wie bereits erwähnt, zusätzliche Anstrengungen erforderlich.
Erstaunlicherweise gibt es aber dennoch in der Politik eine Initiative, die daraufhin abzielt, die sinnlose und unnötige Zeitumstellung abzuschaffen und wieder zur ganzjährig geltenden Sommerzeit zurückzukehren. Diese Initiative wird vorangetrieben von einer Bundestagsabgeordneten der FDP - auch von der FDP können ja mal sinnvolle und nützliche Vorschläge und Initiativen kommen.
Was halten SIE davon? Wollen SIE diese Initiative nicht unterstützen, etwa durch eine Mail oder einen Hinweis an Ihren Bundestagsabgeordneten, gleich welcher Partei?
Und wollen SIE nicht IHRE Meinung dazu sagen? Ganz einfach durch einen Kommentar, den Sie hier unten schreiben können.
Hans Gilles
Redakteur EchoNET
23.11.2009
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