Iris hat von der Ärztin medizinische Kompressionsstrümpfe verordnet bekommen. Im Sanitätshaus werden ihr drei zur Auswahl vorgelegt. Ein Exemplar trägt das RAL-Gütezeichen für geprüfte Qualität. Sie nimmt es, denn aus Erfahrung weiß sie, dass sie damit am besten fährt. Sie kennt es von ihren Weinsorten, von den Gartengeräten und von vielen Bedarfsartikeln des Alltags. Auch ihre neue Haustür aus edlem Holz trägt dieses Gütezeichen. Menschen ihres Alters sind qualitätsbewusst.
Was hat es mit diesem Kennzeichen auf sich?
Es ist eine sichere Orientierungshilfe durch RAL – das anerkannte und kompetente Deutsche Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung von Produkten, aber auch von Dienstleistungen. Als Iris, die alleinstehend ist, bei einer Krankheit einmal einen ambulanten Pflegedienst brauchte, konnte sie sich auf ein hohes und zuverlässiges Niveau ihrer mit dem RAL gekennzeichneten Betreuung verlassen, ebenso wie ihrer darauf folgenden Kur in einem Kneipp-Heilbad.
Wie kommen Hersteller und Anbieter zu diesem Gütezeichen?
Sie beantragen es freiwillig und auf eigenen Wunsch bei dem RAL-Institut in Sankt Augustin, weil sie der Meinung sind, dass ihre Produkte und Dienstleistungen rundum mehr bieten als die Norm. Sie haben sich einem Anerkennungsverfahren zu stellen, in dem gemeinsam mit den Antragstellern, dem Handel und Verbrauchern, Prüfinstituten und Behörden die spezifischen Anforderungen für das beantragte Gütezeichen festgelegt werden. Die Einbehaltung des hohen Qualitätsanspruchs wird stetig überwacht. RAL sieht sich als starker Partner derjenigen Verbraucher, die sich hohe Qualität wünschen.
Das Deutsche Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung in Sankt Augustin besteht seit 1925, damals mit dem Namen „Reichsausschuss für Lieferbedingungen (RAL)“. Auf Grund einer Übereinkunft der Spitzenverbände der Wirtschaft, der Verbraucher und der zuständigen Bundesministerien ist das Institut mit der Aufgabe betraut, die Bestrebungen der Gütesicherung wirtschaftlicher Erzeugnisse und Leistungen zu fördern. Neu anerkannte Gütezeichen werden im Bundesanzeiger veröffentlicht, der vom Bundesjustizministerium herausgegeben wird.
Das Institut vergibt seit 1978 den „Blauen Engel“, den Klassiker des produktbezogenen Umweltschutzes. Er wurde bisher 12.000 Mal verliehen. Eine große Anzahl von Gütezeichen gibt es im Baubereich und in der Land- und Ernährungswirtschaft. Zahlreich sind sie im Bereich der Lebensmittel, etwa für Schlachtgeflügel, Wurst, Obst und Gemüse, Säfte, Konserven, Backwaren. Für die 50plus- und 60plus-Generation, die großen Wert auf hohe Qualität legt, sind diese Kennzeichen eine wertvolle Orientierungshilfe.
Rosmarie Hennigs |