Die "Kessenicher Kunstnacht" - was verbirgt sich dahinter?
- Kunst vor Ort im Stadtteil
- Kunst von Künstlern, die im Stadtteil Kessenich leben und arbeiten
- Kunst, präsentiert am Ort ihres Entstehens, dort, wo der Funke der Inspiration entzündet und in Form gebracht wurde
- Kunst mitten unter den Menschen in ihrer alltäglichen Lebenswelt
Die Nacht begann in St. Nikolaus. Durch den dämmrigen Kirchenraum waberte Weihrauch. Sängerinnen und Sänger des Projekts "Menschenstimmen" erhoben sich nach und nach von den Kirchenbänken und stimmten, jede für sich, einen Ton an. Dabei schritten sie durch das Kirchenschiff, begegneten sich und lösten sich voneinander. Ein Klanggebilde ergriff schließlich Macht von dem Raum, und man hatte den Eindruck, dieser Klang trage die Mauern, und die Kirche sei um dieses Klanggebilde herum geschaffen worden. Heiter, spirituell, mitunter fremd und exotisch wurde man vom Tönen der Sänger berührt.
Neben Vokalkunst bot die Kessenicher Kunstnacht Tanz, Instrumentalmusik und bildende Kunst. Das Publikum wanderte durch die Nacht von einer Kunststation zur anderen. Diese Stationen waren über Kessenich verteilt und nicht immer klassische Orte der Kunstpräsentation wie Kirchen und Galerien. Begegnungen mit zeitgenössischer Kunst aus Kessenich gab es auch in einem Fitness-Studio, in einer Garage oder in Hinterhöfen. Darüber hinaus beteiligte sich eine Apotheke an dem sinnlichen Unterfangen und bot den Nachtwanderern ein vorzügliches Gazpacho und Möhrensaft mit grünem Pfeffer.
Wesentlich bei Musik und Tanz war das Element der Improvisation. So benannten die Künstler ihr Projekt: "Imprompt - zeitgenössische Kunst und Musik/Bonn". Zum Abschluss der Kunstnacht fanden sich mehrere Künstler zusammen zu einem gemeinsamen Improvisations-Konzert. An der Sektbar vor der Friedenskirche konnten Künstler und Besucher anstoßen auf eine gelungene erste Kessenicher Kunstnacht.
Cornelia Gotthardt
Gazpacho: Kalte Gemüsesuppe aus Andalusien/Spanien
Literatur zu dem Thema: Knaller, Susanne: "Zeitgenössische Allegorien - Literatur - Kunst - Theorien", 2003. 283 Seiten (erhältlich bei Bücher.de) |