und Behandlungen zugute kommen lässt. Kann man Zufriedenheit und verbesserte Leistungsfähigkeit auch durch eigenes Handeln erreichen? Ich denke, ja!
Jede Tätigkeit kann beglücken. Ein Buch zu lesen, das versetzt uns in andere Zeiten und Welten, gibt Anstöße zum Nachdenken. Wandern in schöner Natur tut Körper, Geist und Seele wohl. Ein Steckenpferd macht dessen Reiter innerlich frei und glücklich.
Eine über neunzigjährige Dame entdeckte erst kürzlich ihre große künstlerische Begabung. In ihrem winzigen Zimmer im Seniorenheim ist sie mit ihren Mal- und Zeichenutensilien immer beschäftigt, ihre körperlichen Beschwerden treten in den Hintergrund, wenn sie den Pinsel zur Hand nimmt. Mein Bruder, auch nicht mehr der Jüngste, aquarelliert in der freien Natur und veranstaltet mit Erfolg kleine Ausstellungen.
Manch einer kann singen. Natürlich schwindet die Stimmgewalt mit den Jahren, doch es gibt Seniorenchöre, die Großartiges darbieten. Singen ist nicht nur für Zuhörer erfreulich, sondern es aktiviert auch die Atmungsorgane der Sänger.
Rückblickend auf das Internationale Jahr der Freiwilligen der Vereinten Nationen, möchte ich den unbezahlten Einsatz für andere Menschen nicht unerwähnt lassen. Hätten Sie nicht Lust, in einem Kinderhort ein bisschen Deutsch mit ausländischen Kindern zu üben? Sie können sich nicht vorstellen, wie jung Sie sich danach plötzlich fühlen.
Natürlich ist es ebenso gut für das persönliche Wohlbefinden, sich um den kranken Nachbarn zu kümmern, im Seniorenheim vorzulesen oder Schriftliches für jemanden zu übernehmen, der sich mit den Behördenformularen nicht mehr richtig auskennt. Wir vergessen und überwinden eigene körperliche oder seelische Leiden bei kreativem Tun. Ist das nicht auch Wellness?
Wer aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr aktiv tätig sein kann, liebt vielleicht Musik. Es gibt gute CD’s zu erschwinglichen Preisen, mit denen man sich in einsamen Stunden wohl fühlen kann. Mit der persönlichen Auswahl der Musik tut man sich Gutes, gleich, ob es sich um Rock, Pop oder Klassik handelt. Da ist jeder seines Glückes Schmied. Denn im Radio oder Fernsehen müssen wir hinnehmen, was uns angeboten wird. Wir konsumieren und bringen von uns selbst nichts ein.
Nicht jeder kann sich kommerziell vertriebene Wellness leisten. Hier kommt meine Anregung ins Spiel. Ich wünsche unseren Lesern Wohlbefinden für Körper, Geist und Gemüt, dazu die nötige Fantasie, um die Möglichkeiten zu entdecken.
Gisela Seelhorst |