EchoNET   LoCom   Termine   Treff   Hobbybörse   Hilfe 
  INHALT
 
 
  Editorial  
  Polis aktiv  
  Menschen weltweit  
  Kultur  
  Menschen mobil  
  Medien  
  Menschen vital  
  Senioren-Infos  
  Service  

 

 
  Alte Ausgaben
 
Sie sind hier:  Start /  EchoNET /  Polis aktiv /  Anna Crummenerl - Friedensstifterin in Israel
 
 
Anna Crummenerl - Friedensstifterin in Israel
 
Die Kölnerin Anna Crummenerl verbindet von jeher ein reges Interesse an jüdischer Geschichte und Kultur mit dem Land Israel. Als sie in einer Zeitungsannonce ...
 

von der Arbeit des Zivilen Friedensdienstes erfährt, entschließt sie sich, den Weg einer professionellen Friedensstifterin für Israel einzuschlagen.

Der Zivile Friedensdienst ist eine nichtstaatliche Einrichtung mit mehreren Trägern. Seine Aufgabe besteht darin, Menschen für Konfliktbewältigung und Versöhnungsarbeit zu qualifizieren und in Krisenregionen dieser Welt zu entsenden. Dort arbeiten die Friedensfachkräfte für zwei bis drei Jahre im Rahmen eines Projektes, zusammen mit Friedens- und Menschenrechtsorganisationen vor Ort. Gefördert werden diese Projekte vom Bundesministerium für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Anna Crummenerl absolviert eine viermonatige Ausbildung im Kloster Walberberg in der Nähe Kölns. Zusammen mit elf Teilnehmern aus verschiedenen Ländern, im Alter zwischen 27 und 50 Jahren, erhält sie Schulungen in Konfliktanalyse und -bearbeitung, in Kommunikation, Interaktion und Pädagogik. Die Unterrichtssprache ist Deutsch.

Zuständig für diese Qualifizierungsmaßnahme ist das "Forum Ziviler Friedensdienst e.V.", ein Dachverband von mehreren Friedensgruppen. Das Angebot richtet sich an Menschen ab 26 Jahren mit abgeschlossener Berufsausbildung. Am Ende der Maßnahme erhält Anna Crummenerl ein Zertifikat als Friedensfachkraft. Zur Ausbildung gehört eine Hospitation in einem Projekt der zivilen Konfliktbearbeitung.

Für Frau Crummenerl steht fest: "Ich gehe nach Israel!", und so wird sie Volontärin bei der israelischen Menschenrechtsorganisation "Rabbiner für Menschenrechte" (Rabbis for Human Rights). Im Mai 2000 fliegt sie nach Jerusalem.

Vor Ort arbeitet sie mit einem Rabbiner zusammen, der ein Beduinen-Camp am Rande Jerusalems in der Westbank betreut. Dort leben etwa 800 Menschen in ausrangierten Schiffscontainern, ohne Strom und Wasser. Sie mußten wegen der Ausweitung der jüdischen Siedlungen rund um Jerusalem ihre angestammten Gebiete verlassen und wurden nahe der Stadt am Rande einer Müllhalde angesiedelt. Nur über Kontrollpunkte können sie das Lager verlassen und sind dabei von der Willkür der Wachtposten abhängig.

Die "Rabbiner für Menschenrechte" richten im Camp eine Strom- und Wasserversorgung ein und geben juristische und medizinische Hilfe. Anna Crummenerl initiiert mit den anderen Friedensvolontären die Einrichtung einer Grundschule für fast hundert Beduinenkinder und erteilt Englischunterricht. Eine besonders schöne Erfahrung sind für sie gemeinsame Ausflüge von palästinensischen und jüdischen Kindern. Für viele palästinensische Kinder bietet sich dabei zum ersten Mal die Gelegenheit, das Camp zu verlassen, und viele jüdische wie palästinensische Kinder begegnen den Kindern der "anderen Seite" hier zum ersten Mal.

Durch die Verschärfung der politischen Situation in Israel ist es inzwischen zum Stillstand der Volontärsarbeit gekommen, weil die Menschenrechtsorganisationen die Verantwortung für die Menschen nicht mehr übernehmen können und insbesondere jüdische Volontäre sich nicht mehr in die Westbank trauen. Anna Crummenerl hat beschlossen, als Privatperson vor Ort zu bleiben und die Friedensarbeit fortzusetzen, auch wenn Ausgangssperren ihre Aufgaben erschweren und täglich Ausnahmezustand herrscht. Die mutige Frau passiert die Kontrollpunkte in arabischen Sammeltaxis und fühlt sich durch ihre persönliche Bekanntheit in der Region relativ sicher.

Frau Crummenerl ist inzwischen Teil des Alltags der Menschen. Sie wohnt in der Jerusalemer Altstadt im muslimischen Viertel und stellt sich immer wieder die Frage: Was sehe ich? Was weiß ich? Was weiß ich wirklich? Sie fordert uns alle auf, auf diese Weise unsere Wahrnehmung zu schulen, genau hinzuschauen und die Informationen, die wir aus den Medien erhalten, kritisch zu prüfen.

Die Friedensfachkraft hat erfahren, dass die Frage des Friedens nichts abstrakt Politisches ist. Friedensarbeit wird getragen von den einzelnen Menschen, die in zahlreichen kleinen Initiativen organisiert sind. Ihre Motivation ist: Sie wollen leben. Sie wollen keinen Krieg. Und viele jüdische Menschen achten die Tradition der Mizwa: das heilige Gebot, dem Nächsten Gutes zu tun.

Anna Crummenerl sagt: "Ich habe durch meine Arbeit eine Idee davon bekommen, was es heißt, Mensch zu sein auf dieser Welt."

Wenn Sie weitere Informationen zu Anna Crummenerl wünschen, können Sie sich gerne an das "Frauennetzwerk für den Frieden" wenden. Informationen zum Zivilen Friedensdienst finden Sie im Internet unter: www.forumzfd.de und unter www.friedenbrauchtfachleute.de.

Cornelia Gotthardt

 
 
 « Artikel zurück
Artikel vor » 
 
Kommentare anzeigen Kommentare (0)
 

Login
Name:
Passwort:
Autologin:
Registrierung
Passwort vergessen
mehr... 
Beteiligung

Beteiligen Sie sich. Die Gemeinschaft bietet viele Möglichkeiten, das Netz aktiv zu gestalten.

mehr... 
Termine
Unsere Veranstaltungs- hinweise für Sie...
mehr... 
Vorschläge!?
Wünschen Sie Foren zu bestimmten Themen?
mehr... 
Unser Buchtipp

Lyrik ungebunden
- Anthologie -
edition locom, Bonn 2004, 112 Seiten

mehr... 

 gefördert von Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen & Familie NRW, Stiftung Wohlfahrtspflege NRW, Bundesstadt Bonn
Impressum Kontakt Feedback Partner Werbung Modellprojekt