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Der Vogel des Jahres
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Der Vogel dieses Jahres ist der Mauersegler, hätten Sie das gewusst? Ich habe es aus der Zeitung erfahren. Wie der Haussperling ist er seltener geworden ...
 

und macht uns auf die ökologischen Probleme unserer Dörfer und Städte aufmerksam. Zwar ist der Mauersegler zur Zeit noch nicht in seinem Bestand bedroht, doch leidet er unter Wohnungsnot. Alte Häuser werden saniert und neue von vornherein hermetisch abgeriegelt, so dass es an Nistmöglichkeiten mangelt. Er ist ein langlebiger, ortstreuer Geselle und kehrt viele Jahre lang in die Gegend seines Brutplatzes zurück. Wir gewinnen so den Eindruck, alles sei beim Alten. Findet der Mauersegler jedoch an den gewohnten Stellen keine Nistplätze vor, wird sich sein Bestand allmählich verringern. Der beliebte Vogel wird langsam aus den menschlichen Siedlungen verschwinden.

Der Naturschutzbund Bonn (NABU) versucht nun, durch künstliche Nistmöglichkeiten zu helfen. Mit tatkräftiger Hilfe der Feuerwehr wurde z.B. an der Südfassade der Reha-Klinik Godeshöhe eine Art Reihenhaussiedlung für Mauersegler angebracht, unmittelbar unterm Dach und in 15 Metern Höhe. Acht Nistkästen sind es, mit schmalem Einflugschlitz, also in jeder Hinsicht einladend für die Mauersegler.

Der Vogel dieses Jahres ist nicht mit der Schwalbe verwandt, sondern – raten Sie mal – mit dem Kolibri. Er verbringt fast sein ganzes Leben in der Luft, kann sogar im Flug schlafen. Er ist ein Langstrecken-Zugvogel. Nicht weniger als 190.000 km legt er Jahr für Jahr zurück.

Noch eine Anmerkung zur wachsenden Sensibilität für unsere Vogelwelt. Bei Bauarbeiten an der Bahnstrecke Berlin-Hamburg ist ein bestimmter Bauabschnitt für längere Zeit ohne Rücksicht auf die dadurch entstehenden Kosten stillgelegt worden, um ein brütendes Seeadlerpaar nicht zu stören oder gar zu vertreiben. Der Seeadler steht unter Schutz, und sein Bestand hat sich in den letzten Jahren allmählich erhöht. Es ist erfreulich, dass der geplante Hochgeschwindigkeitszug zwischen Alster und Spree – 230 Stundenkilometer soll er bringen – nun mal ein bisschen auf das Adlerpaar warten muss. Die Brutzeit beträgt übrigens 40 Tage. Nur Geduld.

Gisela Seelhorst

Farbabbildung und Bildanhang:
"Aus Deutschlands Vogelwelt", hrsg. vom Cigaretten-Bilderdienst, Hamburg-Bahrenfeld 1936

Tonbeitrag und Bildanhang
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