das Beethovendenkmal eingeweiht wurde, noch Lindenbaumreihen gestanden haben, dass das Denkmal letztendlich dem Einsatz des ungarisch-deutschen Komponisten Franz von Liszt (1811-1886) zu verdanken ist, der 10.000 Franken spendete und weltweit Konzerte gab, deren Erlös unser Beethovendenkmal ermöglichte.
Die Einweihung war ein mehrere Tage dauerndes Musik- und Volksfest, für das die Bürger die Häuser geschmückt hatten. Gäste aus allen Ländern waren gekommen, darunter König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen und Königin Victoria von England. Sie stand während der feierlichen Enthüllung des Denkmals auf dem Balkon des Palais Fürstenberg, der heutigen Hauptpost, und „she was not amused“, als sie sah, dass Beethoven ihr den Rücken zuwandte. Worauf man ihr diplomatisch konterte: „... der Meister war schon zu Lebzeiten immer ein grober Kerl.“
Der Dresdner Bildhauer Ernst Julius Hähnel hat Beethoven in seiner Nürnberger Werkstatt im Moment einer Inspiration dargestellt, Dass es eine musikalische Inspiration war, kann man auf den Sockelreliefs sehen: Die Phantasie als Sinnbild des musikalischen Genius reitet auf einer Sphinx (= Ewigkeit), ihr Musikinstrument ist die Harfe. Auf einem anderen Relief schwebt, von vier Putten begleitet, die Sinfonie einer Lyra durch die Lüfte. Die Putten stehen für die (meist) vier Sätze der Sinfonie. Die Frauengestalt mit Lyra und Maske verkörpert die dramatische Musik, während die Frau an der Orgel die geistliche Musik symbolisiert. In den Sockelreliefs ist so das gesamte Panorama der (damaligen) ernsthaften Musik in Allegorien dargestellt.
Die Mehrheit der Bonner Bürgerinnen und Bürger würde es mit Freude begrüßen, wenn auch die heutigen Stadtväter sich wieder ihres berühmtesten Sohnes erinnerten, indem sie „Beethoven-Stadt-Bonn“ wiederbeleben würden.
Ingrid Odenthal |