sondern ein Kontra-Barometer. Immer wenn auf einem üblichen Barometer ein Luftdruckanstieg verzeichnet wurde, fiel bei uns die Alkoholsäule im feinen Röhrchen nach unten. Fiel der Luftdruck, so stieg sie nach oben. Den Sinn dieser Umkehr habe ich nie begriffen.
Heute allerdings scheint mir diese Art der Wettervorhersage hoch aktuell, denn in vielen Fällen trifft genau das Gegenteil der von den Experten angekündigten Wetteraussichten ein.
Manche Leute klopfen gegen das Wetterglas, in der Hoffnung, damit das Wetter beeinflussen können. Es hilft meistens nicht. Nur der Wetterfrosch in seinem Glas fällt vor Schreck von der Leiter, wenn man ihn stört. Und dies bedeutet schlechtes Wetter. Aber gerade das will man ja nicht.
Auf dem Turm zeigt uns die Wetterfahne, woher der Wind weht, aber die ist wetterwendisch und dreht sich immer nur um sich selbst.
Es gibt mehrere Arten von Wetter: das Kaiserwetter, das Sauwetter und das Donnerwetter. Das Donnerwetter hat mit atmosphärischen Störungen meist nichts zu tun. Es entlädt sich im Allgemeinen im Haus. Seine Reinigungskraft ist allerdings oft genauso groß, wie ein richtiges Gewitter.
Das Biowetter ist noch ziemlich neu. Es sagt den Leuten, wie sie sich zu fühlen haben, und dient hervorragend als Ausrede für schlechte Laune.
Kluge Menschen sagen: Es gibt gar kein schlechtes Wetter, sondern nur falsche Kleidung, und wenn sie sich dann mal kräftig erkältet haben, sind sie es selber schuld.
Gläubige Menschen vertrauen auf den „Hundertjährigen Kalender“. Aber der ist auch nicht mehr das, was er mal war. Schließlich ist unsere heutige Welt auch nicht mehr die, die sie einmal war.
So bleibt uns nichts anderes übrig, als der ältesten und sichersten Wettervorhersage zu vertrauen, die da lautet: „Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter, oder es bleibt, wie es ist.“
Autorin und Sprecherin: Maria Koch
Tonbeitrag
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