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Ein weltberühmter Mann, den nur wenige kennen
 
Wenn wir das Wort „Internet“ hören, denken wir automatisch an den steinreichen Mister Gates, der soviel Gewinn aus seinen Computerprogrammen etc. zieht. Wer aber hat schon einmal den Namen Tim Berners-Lee gehört? ...
 
Er ist der Vater des heute verfügbaren Internets und hat kürzlich den erstmals vergebenen Preis für Jahrtausend-Technik erhalten. Wenn Berners-Lee seine Erfindung hätte patentieren lassen, wenn er Geld verlangt hätte, gäbe es heute kein WWW, kein World Wide Web, dessen wir uns so selbstverständlich und nur gegen die Bezahlung von Telefongebühren bedienen.
 
 
Dank seiner Erfindung ist das Surfen, das Gleiten von einer Webseite zur anderen, möglich geworden. Es steht also jedem jede im Netz vorhandene Information offen. Diese absolute Verfügbarkeit war ihm wichtig. Niemand sollte Eigentümer des weltumspannenden Netzes sein.
 
Die Idee hatte er bereits als Schüler. Sein Vater, Mathematikprofessor in Manchester, beschäftigte sich mit dem Thema, ob Rechnern, also Computern, Intuition, selbständiges Denken und Kombinieren beigebracht werden könne. Dazu wäre zweifellos die Fähigkeit erforderlich, beliebige Informationen sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Unser Gehirn besitzt diese Fähigkeit!
 
1991 veröffentlichte Berners-Lee das Programm World Wide Net im Internet, das damals nur mit komplizierten und extrem langen Befehlszeilen angesteuert werden konnte. Das war der erste bedeutende Schritt. Sein Verzicht auf Kommerzialisierung sorgte für rasche Verbreitung und Weiterentwicklung des Konzepts. Zwei Jahre später waren die wesentlichen Bausteine ausgereift. 1994 gründete er das World Wide Web Consortium am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, dessen Direktor er seitdem ist.
 
Unermüdlich forscht er weiter, weil ihn immer noch die Vision fasziniert, den Computern das eigenständige Denken möglich zu machen. Er nennt das den Übergang zum „semantischen“ Web. Das Ziel ist, daß die Suchmaschinen der Zukunft ähnlich wie der Mensch Bedeutungsunterschiede erkennen können, ein Anspruch, vor dem sie heute noch kapitulieren müssen.
 
Der 49-jährige Wissenschaftler ist ein bescheidener Mensch. Er habe nur bereits vorhandene Elemente genutzt, sie mit einander verbunden und „ein klein, klein wenig hinzugefügt“. Die Präsidentin des Preiskomitees antwortete ihm, daß niemand daran zweifle, wer der eigentliche Vater des Internets sei - abgesehen von Berners-Lee selbst.
 
Gisela Seelhorst
 
 
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