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Sie sprechen unsere Seele und auch das Gemüt an, diese russischen
Gedichte voller Sehnsucht, Poesie und auch Trauer.
Und dafür war und ist das Gemüt vieler Leser von je her sehr empfänglich
– schon seit Jahrhunderten! Wir Deutschen sind tief verwurzelt mit Lyrik
und Prosa Russlands.
In diesem Gedichtband finden wir viel über die Weite dieses Landes,
die Einsamkeit der unberührten Natur, aus der ein großer Teil dieser
Erzähler ihre Kraft und die Worte für Ihre Gedichte fanden.
Trauer vermischt sich mit Hoffnung auf Neues, verlorene Liebe lässt den
Schmerz zu. Langes suchen ein Ankommen.
Uns nahe gebracht von Vierundzwanzig Autoren – sehr unterschiedlich in
ihrer Aussage – und doch so viel Gemeinsames! Manch einer erinnerte
mich an Nicolaus Lenau in seinen Landschaftsbeschreibungen,
Anna Achmatowa fühlte ähnlich wie Annette von Droste-Hülshoff:
„...Kein Wort ist. Schweigen legt sich
so zärtlich um uns, hüllt uns ein.
Und süßer als verklungne Weise
Ist nur der jetzt erfüllte Traum, ...“
Balladen vergleichbar einige – sagen uns aus von Suchen und Sehnen.
Der „Blauer Vogel“ von Lydia Rosin ist voller Poesie, Sehnsucht und
Trauer, die verwandelt in den letzten Zeilen:
„...Morgenlicht den neuen Tag weckt,
Und es steht am Himmel droben
Zarter Federwolkenschaum...
Nein, der Schlaf hat nicht getrogen:
Nachts flog dort mein Märchentraum.“
Ein gutes Buch in jeder Hinsicht. Gute, feinfühlige Texte, die mit sehr
viel Können übersetzt wurden!
Ursula Stahl |